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Häufig gestellte Fragen


FRAGE: Einzelseiten, Mehrfachnutzen oder Montageflächen?

ANTWORT
Grundsätzlich gilt: Das Seitenformat Ihres Layouts sollte das Endformat sein. Anschnitt (gelegentlich auch als "randabfallend" bezeichnet) muß beim Anlegen des Dokumentes und bei der Ausgabe berücksichtigt werden. Objekte (z. B. Bilder, Farbflächen) müssen 2 mm über die Endformatgrenzen, also das fertig beschnittene Format, hinausgehen.
Visitenkarten, Aufkleber etc sollten nicht in Mehrfachnutzen angelegt werden. Immer nur im Endformat. Die Nutzenanordnung übernehmen wir.
Asymmetrische Layouts wie wickelgefalzte Flyer sollten Sie im offenen ungefalzten Format anlegen und mit Falzmarken versehen. Berücksichtigen Sie dabei, dass eingeschlagene Schenkel 3 mm schmaler sein müssen als die Breite des Endformates. Dies gilt für Wickelfalz, Fensterfalz und Altarfalz. Siehe hierzu auch Weiterverarbeitung

FRAGE: Ich habe eine PDF, in der weißer Text auf überdrucken steht, aber in der Überdruckenvorschau (Acrobat 8.1.2) trotzdem sichtbar bleibt. Im Druck war der Text leider verschwunden. Der Hintergrund ist aus CMYK. Ich kann es mir nicht erklären.

ANTWORT
Objekte mit ICC-Profilen können nicht überdrucken, deshalb die Vorschau in Acrobat; nach dem Entfernen derselben überdrucken die Objekte, deshalb der Fehler im Druck.
Überdrucken ist ein Flag, eine Eigenschaft, die einfach an einem Objekt "klebt". Sie wird interpretiert durch das RIP, und zwar im jeweiligen Zusammenhang:

1. ICC-Profile am Objekt: Überdrucken-Flag wird ignoriert, Objekt spart also aus. Insoweit ist die Darstellung im Acrobat richtig.

2. Nach dem Dekalibrieren (Entfernen der Profile) bleibt das Überdrucken-Flag übrig und wirkt. Jetzt spielt der OPM eine Rolle:

3. OPM 0: Das Objekt kann jetzt auf Sonderfarben und Grau überdrucken. Auf CMYK überdruckt es nicht. Das ist die "alte" Einstellung, wie sie in PostScript Level 2 gültig war.

4. OPM 1: Jetzt kann das Objekt auf CMYK überdrucken. Allerdings nur, wenn das RIP auch PostScript-Level 3 kann.

Um ein Überdrucken eines CMYK-Objektes über ein anderes CMYK-Objekt auszuschalten, kann man also entweder das Überdrucken-Flag ganz entfernen, OPM auf 0 setzen oder ein ICC-Profil anhängen. Aus Sicherheitsgründen sollte man wohl die erste Möglichkeit wählen.

Schlagschatten und Verläufe schreiben immer 4-Farb-Infos in die PDF.

Kann mir jemand die Farbmodelle in PDF erklären?

Gerätefarben:
- DeviceGray, DeviceRGB, DeviceCMYK,
- Separation (Eiinzelfarbkanal für Gerätefarben, üblicherweise für Schmuckfarben, auch für Cyan, Magenta, Yellow und Black möglich, sowie Sonderregelungen „All“ = Registerfarbe und „None“ = nix soll rauskommen, und schliesslich
- DeviceN = Mehrkanalvariante von Separation, gleiche Möglichkeiten wie Separation, nur All ist verboten

Geräteunabhängige Farben
(manchmal auch kalibrierte Farben genannt, z.B. bei Adobe oder Heidelberg):
- ICC-basiertes Gray, RGB, CMYK
- Lab
- CalGray und CalRGB (eine Art Simpel-ICC-Profil-Geschichte, wurde von Adobe erfunden, bevor es ICC gab, heisst in PostScript CIEBasedA und CIEBasedABC); CalGray und CalRGB wird von manchen Produkten als „kalibrierte Farbe“ bezeichnet.
[Hinweis: manche Farbräume können gleich gut — also verlustfrei — sowohl in CalGray-ICC-basiertes Gray und CalRGB-ICC-basiertes RGB ausgedruckt werden. Adobe nimmt gerne mal CalRGB, wenn das ausreicht, z.B. in Photoshop-Duplexbildern für die Angaben zur Simulation der Schmuckfarben]

Wer's genauer und auf Deutsch nachlesen möchte — die „PostScript- & PDF-Bibel“ von Thomas Merz und Olaf Drümmer gibt's als PDF kostenlos bei www.pdflib.com herunterzuladen. Ist zwar schon von 2002, aber seither gab's in Sachen Farbe (fast) nichts Neues in PDF (ausser NChannel in PDF 1.6 — eine Erweiterung von DeviceN, um die Farben besser simulieren oder konvertieren zu können auf Geräten, die die enthaltenen Einzelfarbkanäle nicht bedienen können).
CMYK (ob DeviceCMYK oder ICC-basiertes CMYK) sowie Separation und DeviceN sind immer subtraktive Farben [höhere Farbwerte = dunklere Farbe, null ist weiß], alle anderen additive Farben [höhere Farbwerte = hellere Farbe, null ist schwarz]. Deshalb kann man mit Separation oder DeviceN niemals die drei DeviceRGB-Kanäle einzeln ansteuern. Für DeviceCMYK geht das (nur den Cyan-Kanal ansteuern geht über Separation „Cyan“). Aus dem gleichen Grund muss man auch zwischen CMYK-Black und Separation „Black“ einerseits und DeviceGray andererseits aufpassen — null ist im ersten Fall weiß, im zweiten Fall schwarz.

PDF/X-Dschungel

Eine mit vorinstallierten Settings für PDF/X erstellte PDF erfüllt nur die minimalsten Voraussetzungen für den Offsetdruck. Auch eine Acrobat-Prüfung und -Reparatur auf PDF/X-Kombatibilität bedeutet noch lange nicht, dass eine so erzeugte PDF nicht zum blauen Wunder im Bogenoffset führt. Zudem gibt es eine verwirrende Anzahl von PDF/X-Settings.

Dies sind die Unterschiede:

PDF/X-1a erlaubt nur CMYK und Schmuckfarben.
RGB-Farben, ICC-basierte Farben und LAB-Farben sind verboten.
Transparenzen und Ebenen sind verboten.

PDF/X-3 erlaubt neben CMYK und Schmuckfarben auch
RGB-Farben, ICC-basierte Farben und LAB-Farben.
Transparenzen und Ebenen sind verboten.

PDF/X-4 erlaubt neben CMYK und Schmuckfarben auch
RGB-Farben, ICC-basierte Farben und LAB-Farben.
Transparenzen und Ebenen sind erlaubt.
Die Druckerei muss mit PDF-Print-Engine ausgestattet sein.
Im Gegensatz zu PostScript als überschreibendem Grafikmodell
kann die PDF-Print-Engine Transparenzen nativ rendern

FRAGE: Warum kann ich helle Töne in meinen Layouts (z. B. eine 10% Schwarz – Fläche) auf meinem Monitor nicht erkennen ?

ANTWORT
Sie arbeiten am Mac. In Systemeinstellungen/Bedienungshilfen/Kontrast MUSS der Regler ganz links auf
„Normal“ stehen. Wenn nicht, haben Sie keine Chance, einen Monitor zu kalibrieren und zu profilieren. Weil der Kontrast zu hoch ist, werden alle hellen Töne weiß (somit nicht sichtbar) dargestellt.